Triggerwarunung: Dieser Text enthält Sex und Gewalt.
„Du bist ein Zwerg“, stellte Amalia überrascht fest.
Aus Kniehöhe knurrte eine Stimme: „Hier haben wir einen Blitzmerker. Warst du schon immer so schlau?“
„Entschuldigung.“ Amalia probierte es mit einem zaghaften Lächeln. „Auf deinem Profil sah es anders aus.“
„Natürlich, sonst hätte ich wohl kaum ein Match von dir bekommen, oder? Du bist auch nicht meine erste Menschenfrau. Es ist mir selbst schleierhaft warum ich mich immer wieder mit euch einlasse.“
„Aber du wärst mein erster Zwerg. Ich bin mir nicht sicher wie das geht?“
„Wie WAS geht? Behandele mich einfach nicht von oben herab, der Rest findet sich.“
„Das sagst du so leicht. Für mich siehst du aus wie ein 6 Jähriges Kind mit Vollbart“
„Deine Vorgängerinnen haben mich für ein 8 jähriges Kind gehalten, dabei bin ich schon 172. Das ist für ein Zwerg fast noch jugendlich.“
„Du könntest mein Uropa sein.“
„Und du bist eine ungezogene Göre. Wer von beiden ist denn nun das Kind?“
„Körperlich in jedem Fall du. Ich habe echt Angst dich zu zerbrechen?“
„Zerbrechen? ICH?“ Der Zwerg schlug eine Faust im Metallhandschuh auf seinen eisernen Brustpanzer. „Ich bin Orkrug der Wilde und habe schon mit den Bestien auf der blutigen Ebene gerungen, da hat man nicht mal an deine Mutter gedacht.“
Amalia musterte ihn kritisch. „Diese Rüstung verhindert den natürlichen Fluss der Energie. Das müssen wir ändern. Vielleicht könnte man den Bart etwas stutzen. Ich mag zwar Männer mit Bart, aber er sollte nicht bis zum Gürtel reichen.“
Sie klatschte begeistert in die Hände.
„Au ja, das machen wir! Ich nehme dich mit nach Hause, du bekommst ein schönes Bad, eine Maniküre und eine neue Frisur. Wenn du dann frisch bist lese ich dir zum Einschlafen ein schönes Märchen vor.“
Der Zwerg schlug sich entgeistert vor die Stirn. Vom Helm ertönte ein sattes Klong.
Er murmelte leise in seinen prächtigen blonden Bart: „Es wird jedes Mal schlimmer mit diesen Menschenfrauen. Aber ich brauche ihr Blut, um meinen Verjüngungszauber zu erneuern!“
Laut sagte er: „Das klingt nach einer prima Idee. Lass uns gleich losgehen. Ich freue mich auf das erste warme Bad seit 20 Jahren.“
„Normalerweise bin ich nicht so eine von denen, die ihr Date direkt mit nach Hause schleppen,
aber bei dir habe ich ein gutes Gefühl.“
„Na wie gefällt dir meine Wohnung?“, fragte sie.
„Das ist alles viel zu hell und zu modern. Ich mag dunkles Gestein durchzogen von Erzadern, die im Licht einer Grubenlampe verheißungsvoll glitzern.“
„Dann wird dir das Badezimmer gefallen, ich hatte die beste Innenarchitektin die für Geld zu haben ist.“
„Das bezweifele ich stark. Das hier sieht eher aus wie eine billige Stadtwohnung.“
„Gib mir bitte deine Axt!“
„Meine Axt? Niemals! Das war schon die Axt meines Vaters und seines Vaters! Von dieser Axt trenne ich mich nie!“
„Willst du mit der Axt in die Badewanne? Dann wird das gute Stück nur rostig. Gib sie mir bitte.“
„Ich wollte ja gar nicht baden, das war deine Idee“
„Bitte gib mir die Axt, sonst kommen wir nicht weiter. Schau mal ich habe sogar hier an der Wand den passenden Halter dafür.“
„Oh! Der hat sogar die richtigen Runen darauf. Wofür braucht eine Menschenfrau einen Halter für eine Zwergenaxt?“
„Den brauche ich nicht, den habe ich auf einem Flohmarkt gefunden und dachte, der sieht hier gut aus. Jetzt kann ich ihn endlich richtig nutzen.“
„Na gut, es ist ja nur vorübergehend. Hier hast du die Axt“
„Schau mal, wie schön das aussieht.“
„Heee, Hee lass das. Mein Helm bleibt auf. Aua, du tust mir weh. Lass endlich meinen Helm in Ruhe. He! Gib ihn mir zurück!“
„Du bist ja ein richtig Wilder. Das gefällt mir. So viel Feuer.“
„Gib mir sofort meinem Helm zurück!“
„Du bist so süß, wenn du dich aufregst.“
„Das ist nicht süß. Ich habe Helmhaare. Wie sehe ich denn jetzt aus?“
„Ja das stimmt. Die sind total fettig. Dafür habe ich ein ganz tolles Mango-Papaya-Kokos Shampoo, dermatologisch getestet. Das brennt nicht in den Augen.“
Der Zwerg rollte mit den Augen.
„Kann ich jetzt bitte meinem Helm und die Axt wieder haben? Das ist ja furchtbar hier.“
„Oh! Du willst den Störrischen spielen? Das mag ich bei meinen Opf…, äh… Liebhabern! Komm mit ich zeige dir etwas fürs Herz.“
Amalia führte den Zwerg in den nächsten Raum. Das Badezimmer war mit schwarzem funkelnden Granit verkleidet. Sie wischte mit der Hand durch die Luft und die Intarsien aus Gold und Edelsteinen fingen an, intensiv zu leuchten.
„Na was sagst du jetzt?“
„….“
„Ja genau meine Meinung. Dieses Badezimmer hätte ein Zwerg nicht schöner bauen können.“
„……“
„Ich lasse jetzt das Wasser ein. Welches Schaumbad soll es für dich sein?“
„Ich will dein Schaumbad nicht, sondern meinen Helm wieder haben!“
„Ich bin perfekt vorbereitet. Du hast die Wahl zwischen Wurzelglut, Schmiedehammer und Drachenodem.“
Der Zwerg staunte. „Du hast wirklich das echte Wurzelglut da? Darüber habe ich bisher nur Legenden gehört.“
„Ich habe aus meinem letzten Urlaub am Ragjafjell eine Vorratspackung mitgebracht.“
„Auch von diesem Platz habe ich bisher nur Legenden gehört. Du scheinst dich in der Welt der Zwerge gut auszukennen. Zu gut…“
Amalia öffnete die dunkelgrüne Flasche und streute ein metallisch glänzendes Pulver in das Badewasser. Sofort breitete sich ein schwerer Duft nach Zedernholz, Mineralien und dunklen Kräutern im Zimmer aus.
„Bitte gib mir deine Handschuhe.“
„Ja mach schon. Zieh mir die Handschuhe aus. Die Rüstung ebenfalls.“
„Dein Wunsch sei mir Befehl!“
„Die Rüstung hat seitlich Schnallen. Das Kettenhemd schaffe ich alleine. Bitte beeile dich.“
„Hör auf zu zappeln. Dann gehts schneller.“
„Badewanne, ich komme!“
„He, seit wann springt man den mit Hose in die Wanne? Eben war dir selbst der Gedanke an ein Bad zuwider und jetzt sieh dich an!“
„Aaaahhhh!“
„Vermutlich hat ausgerechnet die Hose eine Wäsche besonders nötig.“
„Mmmmmhhh!“
„Komm her, ich ziehe sie dir schnell aus.“
„Ohhhhhhh!“
„Dein kleiner Freund reckt sich aber ganz ordentlich“
„Owwwhh!“
„Lass mich dir den Rücken schrubben. Ich habe eine extra kraftvolle Bürste dafür!“
„Ooooh ja!“
„Hey! Was soll das? Na toll, jetzt bin ich komplett nass! Du hättest mir wenigstens Zeit lassen können mich auszuziehen!“
„In der Wanne ist Platz genug für zwei und mit dem Ausziehen helfe ich gerne.“
„Nein Danke! Das schaffe ich alleine!“
„….“
„Ja da bist du zu Recht sprachlos. Ich wette so makellose Brüste hast du schon lange nicht mehr gesehen!“
„….“
„Na dann zeig mal was du mitgebracht hast. Oh, das gefällt mir! Aber bevor der Kleine in den Stollen darf, braucht er das passende Mäntelchen.“
„Du willst es wirklich wissen, oder? Na gut, gönnen wir uns zuerst etwas Spaß.“
„Das wird gleich richtig heiß!“
„Ganz schön eng hier unten!“
„WOW! Das hat hammermäßig eingeschlagen!“
„Das geht tiefer als ich dachte!“
„JA! Noch ein Stück weiter!“
„Pass auf, hier kommt der große Vorstoß“
„Unbedingt! Ich brauche mehr Druck!“
„Der Tunnelbohrer arbeitet auf Hochtouren!“
„Nicht aufgeben, gleich haben wir´s“
„Hier kommt eine Portion Zwergenschmiermittel.“
„Uh oh! Stollen eins hat einen Wassereinbruch. Bitte räumen.“
Amalia trieb befriedigt im warmen Wasser. Ihre Augen waren geschlossen und die Gedanken weilten in rosarotem Dunst. Sie dachte: „Der hier war echt gut. Schade, dass man sie nur einmal benutzen kann. Es ist so mühsam, neue Zwerge zu finden, denn sie verstecken sich gut. Orkrug wird der vorletzte sein. Die große Sammelung ist fast vollendet. “
„Wo willst du hin? Bleib doch bei mir in der Wanne. Dann wird dein Bart schön weich!“
„Ich komme gleich wieder.“
Seine Stimme kam aus der Küche. „Wo hatte ich es denn?“
„Komm zurück zu mir. Ich will deinen Bart in Form bringen.“
„Bin auf dem Weg.“
„Da kribbelt etwas auf meinem Arm. Bist du das?“
„Lass die Augen ruhig geschlossen. Dann wird die Überraschung größer.“
„Deine Finger sind so sanft auf meiner Haut.“
„Nun habe ich alles zusammen!“
„Aua! Spinnst du? Du kannst mich doch nicht einfach stechen!“
Wütend öffnete Amalia die Augen und sah Orkrug mit ernstem Gesicht vor der Wanne knien.
„Zappel nicht so, dann ist es schneller vorbei!“
„Aaaaaaaah, du Idiot hast mir den ganzen Arm aufgeschnitten. Ich werde verbluten.“
„Ein Zwerg wird nicht so einfach 172. Ich meinen Verjüngungszauber auffrischen und brauche frisches Menschenblut dafür.“
Amalia wand sich vor Schmerzen.
„Du warst so schön arglos. Halte still, dann ist es gleich vorbei.“
„Ich stand nicht auf dem Ragjafjell um hier zu sterben!“
Sie drehte sich in einer fließenden Bewegung herum. Ihr aufgeschlitzter Arm entglitt dem zangenartigen Griff von Orkrug, der einen Moment unachtsam war. Mit der gesunden Hand griff sie das Messer und rammte es dem Zwerg in den Bauch. Mit einer Kraft, die man ihr nicht zutrauen würde, zog sie das Messer, in einer geübten Bewegung, durch die ganze Bauchdecke bis zum Rippenbogen. Währenddessen ruhte der verletzte Arm im Badewasser und das Wurzelglut-Pulver im Wasser schloss die Wunde schnell und narbenfrei.
Sie sagte zu ihm: „Zappel nicht so, dann ist es schneller vorbei!“
„Warum hast du das getan?“
„Ich brauche 144 Zwergenherzen, um zur Königin des Ragjafjell zu werden.“
„Ich hätte misstrauischer sein sollen. Wer hat dich in die alten Geheimnisse eingeweiht?“
„Dein Urgroßvater!“
Dann griff sie durch den weit geöffneten Bauchraum in den Brustkorb und schnitt das Herz heraus. Triumphierend hielt sie es ihm vor die Augen. Es war das Letzte, was er sah, bevor seine Augen brachen.
„Zwergenherzen sind aus purem Gold.“ sagte sie und lachte hysterisch.